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Man kann’s ja mal probieren UPDATE

Verschiedene Medien berichten, dass am 28. Januar 2020 ein Prozess am LG Düsseldorf gegen einen 52-jährigen Neusser Zahnarzt beginnt , der am 30.1.2017 (!) wissentlich mehr als 20 (!) Picasso-Fälschungen in einem Düsseldorfer Nobelhotel verschiedenen Vertretern von Kunstauktionshäusern vorgelegt hatte. Die handschriftlichen Notizen auf den Rückseiten der Gemälde sollen von ihm als solche des Nachlassverwalters Picassos ausgegeben worden und von gefälschten Echtheitszertifikaten begleitet gewesen sein. Weil es sich bei dem Termin noch nicht um ein Verkaufsgespräch handelte, sieht die Staatsanwaltschaft allerdings keinen versuchten Betrug. Die Anklage wirft dem Mediziner deswegen vor allem den Gebrauch unechter Urkunden vor.



UPDATE: 



Im Prozess um sage und schreibe 26 gefälschte Gemälde von Picasso hat der Zahnarzt Dr. P. aus Neuss am 10.2.2020 ein Teilgeständnis abgelegt. Im Gegenzug war ihm dafür vom LG Düsseldorf eine Bewährungsstrafe von höchstens eineinhalb Jahren Haft zugesichert worden.



Der 52jährige Mediziner gab am Montag zu, Auktionshaus-Mitarbeitern in dem Düsseldorfer Hotel "Breidenbacher Hof" die gefälschten Picassos gezeigt zu haben. Dabei war der Schwindel aufgeflogen. Daß es ziemlich primitive Fälschungen waren, habe er zwar nicht gewusst, er habe lediglich Echtheitszweifel gehabt.



Die Bilder habe er von einem Kunstvermittler bekommen, der behauptet hat, sie in Belgrad einem ehemaligen Botschafter Serbiens abgekauft zu haben. Er habe dem Vermittler für dessen Auslagen rund 200 000 € gezahlt. Es sei geplant gewesen, die Bilder gemeinsam zu verkaufen. Dieser Vermittler war jedoch bereits 2019 vom Amtsgericht Ludwigsburg wegen Betrugs zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte einem Unternehmer aus Süddeutschland für 300 000 € Bilder verkauft, die angeblich aus der Sammlung eines ehemaligen jugoslawischen Generals stammten. Tatsächlich waren sie in derselben Fälscher-Werkstatt in Belgrad entstanden wie die Bilder von Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Zahnarzt unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke und den Gebrauch unechter Urkunden vor, weil er gefälschte Echtheitszertifikate vorgelegt hatte. Weil er die Werke noch nicht zum Verkauf, nur zur Beurteilung anbot, sieht die Staatsanwaltschaft in der Tat keinen versuchten Betrug.


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