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MUSEUM AKTUELL zum UNESCO-Weltkulturerbe, Jean-Pierre Latz und Fehlstellenbehandlung bei einem Wandmalerei-Fragment

Die aktuelle Ausgabe von MUSEUM AKTUELL vereinigt eine Hommage an das UNESCO-Weltkulturerbe in Österreich mit zwei Beiträgen zu konservatorisch-restauratorischen Fragen. Das Editorial wird am Beispiel Österreich grundsätzlich:


Mit dem Weltkulturerbe ist das so eine Sache. Wien und Salzburg haben die Marke eigentlich gar nicht nötig, beide haben so viel zu bieten, daß man sie als touristische Hochburgen bezeichnen könnte. Ob sich eine Altstadt auch mit Hochhäusern verträgt, ohne die Auszeichnung „Weltkulturerbe“ zu verlieren, wird in Wien allerdings immer mal wieder probiert.  Die „Wiener Ballkultur” wurde von der UNESCO aus der Liste des immateriellen Kulturerbes wieder gestrichen, was sich vielleicht nicht überall herumgesprochen hat. Anderes kulturelles Erbe wurde als Weltkulturerbe anerkannt (die Pfahlbauten am Mondsee), auch wenn die Mondseekultur im Mondseer Land besser präsentiert werden könnte. Aber zumindest hat hier ein Verein erste Akzente gesetzt. Die UNESCO, doch auch die weltweiten Träger dieser Auszeichnung, müssen jedoch noch mehr darauf achten, daß auch tatsächlich nur Authentisches diese Auszeichnung erhält. [1]

Weitere österreichische Orte hätten längst die Marke Weltkulturerbe verdient, etwa Bad Ischl. Das an der Traun gelegene Städtchen ist zwar in der Peripherie modern gewachsen, im Zentrum als Badeort des 19. Jahrhunderts aber mit viel Sachverstand bewahrt worden. Die herrliche Altbausubstanz ist überwiegend erhalten, es gibt sogar noch ein Kino in Tempelform, alte Flußbrücken, deren Anstrich auf die Farbe des Wassers abgestimmt ist, Museen und Kirchen, ein weithin bekanntes Caféhaus, das alte Telegraphenamt der Kaiserfamilie, ein Kaiserschloß mit dazugehörendem Park, die Schratt-Villa, Reste der alten Salzkammergut-Lokalbahn, von Treidelpfaden und der Salzverarbeitung, Bezüge zu Bruckner, Johann Strauß, Lehar und Brahms, oder die an einem Nebenweg ins alte Lauffen versteckt liegende Villa Blumenthal, die auf der Weltausstellung in Chicago gekauft wurde. Das aus amerikanischer Pechkiefer bestehende Gebäude wurde 1895 zerlegt und für Oskar Blumenthal in Bad Ischl wieder errichtet. Die Villa gilt deshalb als „Urahn des Fertighauses“. Das alles reicht aber nicht zum Weltkulturerbe, lediglich Bad Ischls „Liachtbradlmontag” wurde von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt...

Wenngleich weder das Wiener Schnitzel noch das Wiener Gulasch zum Weltkulturerbe gehören, ist es jedoch gelungen, daß die Wiener Caféhaus-Kultur in die Liste des österreichischen immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Das spricht für die weltweite Anerkennung einer Qualität von Gastronomie, die ihresgleichen sucht.


Zu ähnlichen Erkenntnissen könnte man natürlich auch im Fall der Schweiz oder Deutschlands kommen.


Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe: 

http://www.museum-aktuell.de/index.php?site=show_ausgabe&monat=07&jahr=2018&TM=1

Und hier geht es zum Online-Lesen der Ausgabe (für Abonnenten): 

http://www.museum-aktuell.de/index.php?site=eBook&TM=1


MUSEUM AKTUELL wird mit einem eigenen Stand auf der CULTURA SUISSE vertreten sein. Sprechen Sie uns gerne vorher schon online an und kommen Sie an unseren Stand - wir freuen uns auf Ihren Besuch.


Anmerkungen:


[1] Zu erinnern ist an den Tianamen-Platz und die höchst umstrittene verseuchte Festplatte von Nebra.

 

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