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Statt eines Vorworts: Quellenkritik für alle

"10 Gebote zum Umgang mit Geschichte(n)


1. Seien Sie neugierig!

Nehmen Sie nichts als selbstverständlich hin. Hinter allem, was uns normal erscheint, lauert ein Dickicht an unbeantworteten Fragen. Sich darauf einzulassen, macht alles komplizierter - bietet aber auch die Gelegenheit, neue Perspekltiven zu gewinnen.


2. Seien Sie kritisch!

Geschichten können erlogen sein, unvollständig, einseitig oder missverständlich. Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen, hören oder sehen. Haben Sie Mut, sich Ihres eigenen Verstandes zu bedienen!


3. Prüfen Sie die Quellen!

Woher kommt das Wissen, das jemand weitergibt? Versuchen Sie einzuschätzen, ob die Quellen glaubwürdig sind. Wer es genau wissen will, prüft sie nach Möglichkeit selbst. Finden Sie heraus, ob quellentreu berichtet oder etwas ausgelassen wurde.


4. Prüfen Sie die "Erzähler"!

Jeder Mensch hat einen Grund dafür, warum er Erzählungen weitergibt. Überlegen Sie sich, welche Motivation dahinter steckt. Wer profitiert davon, wer nicht? Oft steheh bestimmte Personen und Gruppen gut da, während andere in ein schlechtes Licht gerückt werden.


5. Informieren Sie sich über Alternativen!

Ein Ereignis kann von vielen Seiten betrachtet werden. Wer hat Recht, wer Unrecht? Informieren Sie sich, ob es andere Erzählungen über dieselbe Sache gibt. Falls nicht, überlegen Sie, ob alternative Sichtweisen möglich wären.


6. Kennen Sie die Methoden!

Wie wird historisches Wissen überhaupt gewonnen? Man kann unterscheiden zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis. Kommunikativ nennt man Erzählungen, die zeitnah von Person zu Person weitergegeben werden. Kulturell ist das Gedächtnis, wenn das zugrundeliegende Ereignis schon in weite Ferne gerückt ist undn nur noch durch Geschichten, Bilder oder Traditionen vermittelt wird. 


7. Hinterfragen Sie die Konzepte!

Was ist Geschichte? Was ist Identität? Grundlagenwissen ist wichtig. Geschichte findet nicht nur statt, sondern wird auch geschrieben - unser Wissen ist daher zwangsläufig konstruiert. Dasselbe gilt für Identität: Manche Aspekte werden betont, andere weggelassen. Daraus ergeben sich Erzählungen, die wir in unser Selbstbild übernehmen können.


8. Seien Sie nicht zu negativ!

Erwarten Sie nicht die absolute Wahrheit, denn diese kennt niemand. Unterstellen Sie keine bösen Absichten, wenn etwas nicht ganz richtig ist. Es gibt viele Gründe, warum manches ,auf der Strecke bleibt'.


9. Seien Sie selbstkritisch!

Niemand kann die Realität völlig objektiv betrachten - auch Sie nicht. Prüfen Sie ihre eigenen Motivationen und wie sehr Sie sich von Ihnen leiten lassen. Versuchen Sie fair zu bleiben und hinterfragen Sie ihr eigenes Geschichtsbild.


10. Ziehen Sie Schlussfolgerungen!

Was für Konsequenzen ergeben sich aus einer kritischen Prüfung von Geschichte(n)? Vielleicht verändert sich Ihr Geschichtsbild, vielleicht werden Sie gezwungen, Klischees und Vorurteile über den Haufen zu werfen. Erzählen Sie anderen von Ihren Erkenntnissen?" 


Quelle:

(c) P. G. [Peter Grassmann?] in einem Katalog des Franziskanermuseums, Villingen Schwenningen: Wie tickt VS?, S.  28 .

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